Was hat eine Familie von ihrem Identitätswerk?

Diese Frage kommt meist früh. Die klare Antwort in einem Satz lautet: Das Identitätswerk bringt den Kern einer Familie auf den Punkt.

Damit ist gemeint, was Familien von sich kennen und für selbstverständlich halten, ohne es benennen zu können. Was sie ausmacht, was sie zusammenhält, was über die Generationen hinweg fortwirkt. Das Werk verdichtet das in eine Form, die sichtbar, lesbar und weitergebbar ist. Es ist nicht Strategie und nicht Kommunikation, es ist der Boden darunter.

Was eine Familie davon konkret hat, zeigt sich in zwei Folgen.

Was Bestand bekommt

Wenn der Kern einer Familie geklärt und festgehalten ist, sieht jede Entscheidung anders aus. Ein Verkauf, eine Beteiligung, eine Übergabe, ein Neueintritt: in jedem dieser Momente steht eine Familie sonst vor der Aufgabe, sich selbst neu zu prüfen. Wer sind wir? Was wollen wir behalten? Was geben wir auf?

Mit einem Identitätswerk steht die Antwort auf die zweite und dritte Frage bereits da. Die Familie diskutiert dann nicht mehr über sich selbst, sondern über die Sache. Sie muss ihren Kern nicht in jeder Entscheidung neu verteidigen oder neu erfinden, sie kann auf ihn zugreifen.

Das ist nicht abstrakt. In strategischen Sitzungen, in Familienkonferenzen, in Gesprächen mit Beratern hat eine Familie mit Identitätswerk eine andere Position. Sie weiß, worauf sie steht. Was andere sonst aushandeln müssten, ist hier bereits gegeben.

Die Kraft, die freibleibt

Was die Familie einmal geklärt hat, muss sie nicht immer wieder neu klären. Familien ohne diese Klärung verbringen einen erstaunlichen Teil ihrer gemeinsamen Zeit damit, sich zu verständigen, was sie eigentlich sind und woran sie sich halten. Diese Verständigungsarbeit kostet Kraft und wiederholt sich.

Ein Identitätswerk legt diese Klärung an einen festen Ort. Sie ist dann nicht mehr in den Köpfen verteilt, sie ist im Werk. Die Kraft, die sonst in Selbstverständigung fließt, bleibt frei für das, worauf sich die Familie richten will.

Wenn Sie sich in der Ausgangsfrage wiedererkennen, ist das Erstgespräch der nächste Schritt. Was diese Arbeit für Ihre Familie konkret bedeuten würde, lässt sich erst dort prüfen.