Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Familien, die aktiv über Ihre Identität nachdenken, tun das selten aus heiterem Himmel. Meistens steht etwas an, oder etwas ist gerade gewesen: eine Übergabe, ein Verkauf, der Eintritt der nächsten Generation. Diese Bewegungen bringen Fragen hervor wie: Was tragen wir weiter, was geben wir auf, woran richten wir uns aus? Solche Bewegungen sind der Auslöser, nicht der Moment, in dem die Arbeit getan wird.
Es lohnt sich, beides auseinanderzuhalten. Der Auslöser ist eine Lage, oft eine, in die eine Familie hineingerät. Der Arbeitsmoment ist eine Frage der Verfassung. Eine Familie, die mitten in einer Übergabe steckt, hat ihre Aufmerksamkeit dort, wo sie hingehört: bei Verträgen, bei Personen, bei Verantwortlichkeiten. Identitätsarbeit braucht eine andere Aufmerksamkeit. Sie braucht den Blick auf das, was unter den Bewegungen liegt und nicht von ihnen verschluckt wird.
Vorausschauend …
Der eine gute Moment liegt vor dem Auslöser. Eine Familie weiß, dass in einigen Jahren etwas ansteht. Die Übergabe ist absehbar, der Eintritt der nächsten Generation auch. Noch ist Ruhe; in dieser Ruhe lässt sich klären, was die Familie zusammenhält, bevor das Tragende selbst zur Verhandlungsmasse wird. Das Identitätswerk steht dann da, wenn die Verhandlungen beginnen, und liefert den Boden, von dem aus geredet wird.
… Ordnend
Der andere gute Moment liegt nach dem Auslöser. Etwas hat sich verschoben. Eine Generation hat übernommen, ein Unternehmensteil ist verkauft worden, jemand ist eingetreten oder ausgeschieden. Die Lage hat sich nun beruhigt, das Bild ist neu. Jetzt zeigt sich, was geblieben ist und was sich verändert hat. Das Identitätswerk ordnet diese neue Lage und macht sie für die nächste Strecke verbindlich.
Was dazwischen liegt
Im akuten Vollzug eines Übergangs ist eine Familie selten in der Verfassung, diese Arbeit zu leisten. Das ist eine Folge dessen, was ein Übergang von ihr verlangt. Wer eine Übergabe operativ regelt, kann nicht gleichzeitig die Substanz dahinter klären. Beides braucht jeweils seinen eigenen Raum.
Manchmal kommt eine Familie genau in diesem Moment, weil der Druck sie hierher schickt. Dann ist das Erstgespräch der richtige Schritt, die Arbeit selbst aber noch nicht. Sie wartet auf den Moment, an dem sich die Lage geordnet hat.
Wenn Sie einen Übergang vor sich sehen oder gerade hinter sich haben, lohnt sich ein Gespräch. Ob jetzt der richtige Moment ist, klärt sich darin.