Klärungen
Fragen, die Unternehmerfamilien sich vor dem Erstgespräch stellen.
01
Wann ist der richtige Zeitpunkt?
Auslöser und Arbeitsmoment sind nicht dasselbe.
Identitätsarbeit beginnt meist, wenn ein Übergang ansteht oder gerade gewesen ist. Der Auslöser allein ist aber noch nicht der Moment, in dem die Arbeit getan wird. Im akuten Vollzug ist eine Familie selten in der Verfassung, diese Klärung zu leisten. Die beiden tragfähigen Lagen liegen davor und danach: vorausschauend oder ordnend.
02
Was hat eine Familie von ihrem Identitätswerk?
Was Bestand bekommt, wenn der Kern geklärt ist.
Das Identitätswerk verdichtet den Kern einer Familie in eine sichtbare, weitergebbare Form. Mit dieser Klärung verändert sich die Lage in Entscheidungen: die Familie muss ihren Kern nicht in jeder strategischen Frage neu verteidigen, sie kann auf ihn zugreifen. Die Kraft, die sonst in immer wiederkehrende Selbstverständigung fließt, bleibt frei für das, worauf die Familie sich richten will.
03
Was ist Identität für eine Familie?
Was unter den Begriffen liegt.
Identität ist nicht Werte, nicht Geschichte, nicht Selbstbild allein. Sie ist die verdichtete Gesamtheit eines gewachsenen Wesens. Für eine Unternehmerfamilie kommt eine zweite Schicht hinzu: was die Familie als Familie ausmacht, und wie sie sich mit ihrem Unternehmen verbunden hat. Beides lässt sich nicht voneinander lösen, ohne dass etwas Wesentliches verloren geht.
04
Wie unterscheidet sich die Arbeit für verschiedene Generationen?
Verkörperung, Standortbestimmung, Archäologie.
Das Identitätswerk passt in jeder Generation, aber es wird in jeder Generation ein anderes Werk. In der Gründergeneration verkörpert es, was bisher nur in Personen lebt. In der Übernahmegeneration bestimmt es den Standort zwischen Anschluss und Eigenständigkeit. In der Folgegeneration hebt es einen Kern aus den Schichten, die sich über die Zeit angesammelt haben.
05
Warum eine Gestalterin?
Verwandte Berufe und eine eigene Aufgabe.
Der Gestalterblick arbeitet neben Beratung, Coaching, Design-Agentur und Family Governance an einer eigenen Stelle. Er klärt, was eine Familie ist, und verdichtet dieses Eigene zu einer Form. Das Identitätswerk ist diese Form, an die sich eine Familie später anschließen kann, wenn eine Strategie, eine Marke oder eine Regel zu finden ist. Es ersetzt keines der anderen Felder; es gibt ihnen den Boden, auf dem sie greifen.
06
Hält diese Arbeit auch das Schwere?
Im Grenzfall genügt einer, der anfängt.
Identitätsarbeit lässt sich auch in einer Familie beginnen, die gerade uneinig ist oder eine schwierige Stelle in ihrer Geschichte hat. Sie greift davor oder danach: davor legt sie den Boden, bevor das Schwere zur Sprache kommt, danach gibt sie ihm einen Ort in einem größeren Bild. Was sie verlangt, ist die Bereitschaft, gemeinsam hinzusehen. Das Gemeinsame stellt die Arbeit her, es muss nicht schon da sein.